Historischer Verein der Grafschaft Ruppin
Chronik des Vereins 1990-2015
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CHRONIK
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Jahreshauptversammlung am 26. Januar 2017 im “Rosengarten”
Gegenstände der Jahreshauptversammlung zum Jahr 2016 waren: - Der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Dr. Peter Schmidt - Der Bericht des Schatzmeisters Ulrich Wollenberg - Der Bericht der Kassenprüferin Regina Birke - Diskussion und Aussprache zu den Berichten und zum Jahresprogramm 2017 - Beschluss der Mitgliederversammlung zur Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2016
Vortrag zur Entwicklung der Straßen Neuruppins am 16.02. 2017
Etwa 50 Besucher hatten sich in der Stadtbibliothek Neuruppin eingefunden, um den Ausführungen von Peter Pusch (Mitglied des Historischen Vereins) zu den Straßen Neuruppins zu folgen. Gegebener Anlass war das im Dezember 2016 erschienene Buch “Neuruppin - Straßen, Häuser, Namen”. Das Thema war somit den meisten Zuhörern nicht unbekannt, zumal die meisten Besucher Neuruppin als Lebensmittelpunkt haben. Anhand mehrerer Stadpläne aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die das Straßennetz Neuruppins zeigen, wurde das Wachstum der Stadt verdeutlicht. Dem einstündigen Vortrag folgten eine ganze Reihe von Fragen und Antworten sowie eine rege Diskussion. Es war eine “lebhafte” und gelungene Veranstaltung. Der Dank gilt an dieser Stelle dem Team der Stadtbibliothek Neuruppin, das die Veranstaltung tatktäftig organisatorisch und technisch unterstützte. Dieser Stadtplan aus dem Jahr 1908, zeigt Neuruppin in der Phase, als es sich schon deutlich über die Altstadtgrenzen hinaus entwickelt hatte.
Die Friedrich-Wilhelm-Straße (seit 1945 Karl-Marx-Straße) um 1875
Blick vom Schulplatz zum Königstor
Blick vom “Paradeplatz” in Richtung Schulplatz
                                Vortrag am 16. März 2017 zum Thema “Die schöne Wilhelmine - Aufstieg und Fall einer ungekrönten preußischen Königin”
Frau Sonja Ginnow, Rechtshistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin  der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sprach über das ungewöhnliche Leben einer außergewöhnlichen Frau, die sich durch Geist, Bildung, Schönheit und Eloquenz aus der Vielzahl der Frauen ihrer Zeit heraushob. Von der einfachen Bürgerstochter Wilhelmine Enke und Geliebten eines königlichen Prinzen wird sie zur engsten Vertrauten des Königs als Madame Ritz und erreicht schließlich mit der Erhebung in den Adelsstand als Gräfin von Lichtenau ihre höchste gesellschaftliche Position. Man nennt sie die „deutsche Pompadour“  und als solche teilt sie den Ruf der von Erotik, Intrige und Luxus bestimmten Mätresse. Das, was die Jahrhunderte überdauerte und sie bekannt gemacht hat, ist insoweit das Bild einer schönen und einflussreichen, aber sittenverderbten Frau. Als lebenslange Gefährtin Friedrich Wilhelms II. und Mutter der gemeinsamen unehelichen Kinder genießt sie dessen grenzenloses Vertrauen und übt auf ihn einen nahezu unumschränkten Einfluss aus. In allen Fragen des Lebens, einschließlich der Politik, steht sie ihm zur Seite, gibt sie ihm in seinen Selbstzweifeln und Ängsten Trost und in Entscheidungen Rat. Nach dem Tod des Königs im Jahre 1797 von dessen Sohn und Nachfolger des Hoch- und Landesverrats beschuldigt und auf die Festung Glogau verbannt, verliert sie ihr Eigentum und ihre gesellschaftliche Stellung, wird ihr Leben auf eine dramatische Weise zu einem vorläufigen Abschluss gezwungen. In der anschließenden Diskussion gewährte Frau Ginnow den etwa 40 Besuchern auch einen Einblick in die bislang unveröffentlichten Ergebnisse ihres mehrjährigen Quellenstudiums. Die umfangreichen Aktenbestände des nach dem Tode Friedrich Wilhelms II. gegen die Lichtenau angestrengten Gerichtsverfahrens, die von ihr ausgewertet werden,enthalten unter anderem große Teile des intimen Briefwechsels zwischen Wilhelmine und dem König. Die Ruppiner, denen Friedrich Wilhelm II. am ehesten als Förderer des Wiederaufbaus ihrer Stadt geläufig ist, erhielten an diesem Abend  einen überraschenden und zuweilen auch befremdlichen Einblick in die Geisteswelt dieses Königs und des Epochenwechsels am Ende des 18. Jahrhunderts.
Am 20. April 2017 hielt Dr. Hans-Peter Jacobsen (Wahlendorf) im Restaurant "Tempelgarten" einen Vortrag über den Lindenbaum und dessen Rolle und Bedeutung in Natur und Geschichte. Die knapp 40 Zuhörer erfuhren viele Details von der mythischen Bedeutung der Bäume in Vor- und Frühzeit bis hin zu den ältesten noch vorhandenen Ruppiner Gerichtslinden in Keller, Rönnebeck und Seebeck. Und natürlich kam im Vortrag auch die sogenannte  "Wichmannlinde" am Ruppiner See nicht zu kurz.
Vortrag von Herrn Jacobsen zum Mythos Lindenbaum
Vortrag im "Tempelgarten" Herr Trenkler moderiert Wichmannlinde
                                           Vortragsveranstaltung am 18. Mai 2017           Ein Altmärker schreibt Geschichte – Johann Joachim Winckelmann zum 300. Geburtstag“ Den Vortragsabend im Mai bestritt unser Vereinsmitglied, der Verleger Günter Rieger. Herr Rieger schilderte nicht nur den für sich schon außergewöhnlichen Lebensweg Winckelmanns von der Geburt als Sohn eines armen Stendaler Schusters bis zur Ermordung des europaweit bewunderten Gelehrten in Triest im Jahre 1768, sondern richtete den Blick vor allem auf Winckelmanns bis heute aktuelles Werk und dessen Bedeutung für die Antikenrezeption und den Beginn des Klassizismus. Bezüge zu Winckelmanns gelehrten Zeitgenossen und Hinweise auf die europäischen Fürstenhöfe und deren Sammlungen und Bibliotheken namentlich in Dresden und Rom sowie Winckelmanns Ver- bindungen nach Anhalt-Dessau, rundeten die Darlegungen ab. Der am 18. Mai in der Neuruppiner Stadtbibliothek trotz der für Mitte Mai ungewöhnlich hohen Temperaturen sehr gut besuchte Vortrag war zugleich eine inhaltsreiche und doch kurzweilige Einführung auf die für den folgenden Sonnabend geplante Busexkursion nach Stendal und das dortige Winckelmann-Museum.
Winckelmann Denkmal in Stendal
Exkursion nach Stendal am 20.Mai 20
Stadtführung von St.Nikolaus über die Weberstraße zum Rathaus und zur Marienkirche ...mit Kaffee und Kuchen auf der "Störtebeker" Dom St.Nikolaus Abschluss der Exkursion in Tangermünde... Frau Frommann als unsere Stadtführerin Die Weberstraße Der Markt mit dem Rathaus Die Marienkirche Der acht Meter hohe Hochaltar wurde 1470 im altniederländischen Stil gemalt und im Folgejahr in der Marienkirche aufgestellt. Er ist ein Flügelaltar und zeigt unter anderem Szenen aus dem Leben Marias Die Führung im Winckelmannmuseum übernahm Frau Dr.Schade Zwei Buntglasfenster von Eberhard von Otterstedt aus Ballenstedt / Harz zeigen vier Bilder aus der mittelalterlichen Geschichte der Stadt
Die 38 Teilnehmer erlebten einen interessanten Tag in Stendal (siehe Bildtexte)
Marienkirche Marienkirche